Kunstsalon

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Literatur

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2008

 

31. August 2008 - Wandlungen einer Ehe 

Sándor Márai gelesen von Anja Laïs und Bernd Reheuser 

Ein „Literatur-in-den-Häusern-der-Stadt“-Special! Nach der überwältigenden Resonanz dieser Lesung im Festival ist der Wunsch entstanden, alle Protagonisten des großen Romans von Sándor Márai kennenzulernen. Anja Laïs und Bernd Reheuser stellen sie in den Mittelpunkt: den Herrn, die Dame und das Dienstmädchen. „Wandlungen einer Ehe“ erzählt von Lüge und Leidenschaft, unerfüllter Liebe und Sehnsucht unter dem Einfluss gesellschaftlicher Zwänge und sozialer Unterschiede. Noch einmal öffnet die Gastgeberin Bianca Pesch ihr wunderschönes Haus in der stilvoll ausgebauten Hofanlage im Kölner Süden. Zwischen den einzelnen Lesungsteilen sind Sie zu Kaffee und Kuchen, Wein und Snacks geladen!  

Sonntag, 31. August, 15.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr

Bianca Pesch

Privathaus und Garten, Sürther Hauptstr. 30 Köln- Sürth

Eintritt: € 25 

Verbindliche Anmeldung unter ticket@kunstsalon.de oder Tickethotline Tel. 0221-397 85 37

  

2007

1. November 2007 - Michéle Victor Adamski „Wenn das Perlhuhn leise weint“, Bonjour Adamski

Der Künstler Hans Peter Adamski und die Autorin Michéle Victor Adamski sind langjährige Freunde, die den KunstSalon stetig begleitet haben. Der Buchtitel „Wenn das Perlhuhn leise weint“ ist eine Anspielung auf die gleichnamige Ausstellung der Künstlergruppe „Mülheimer Freiheit“, die unter dem Galeristen Paul Maenz drei Jahre lang die Kunstwelt in Atem hielten, um kurze Zeit später unsanft vom Olymp zu stürzen. Das Buch streift die 80er Jahre, die - ähnlich wie die Bewegung der Impressionisten - die Regeln der Kunstwelt auf den Kopf stellten. Fast alle der damals betroffenen „Jungen Wilden“ negierten mit jeweils anderen Inhalten die starre Konzeptkunst. Die leise Rückkehr des Künstlers wurde von Michéle Victor Adamski mit einem guten Teil Zeitgeschichte, vielen persönlichen Momenten und spannenden Statements in dieser bebilderten Biographie festgehalten. Die Kulturmanagerin, Sammlertochter und engagierte Kulturmäzenin las aus ihrer großen Liebeserklärung an ein phantastisches Werk, das es verdient hat gesehen zu werden. Ein einmal ganz anderes Buch über Kunst.  


2006 

 

13. November 2006 - Lord Ralf Dahrendorf sprach mit Ruth Herz über das Buch Recht persönlich. Ein Gespräch zum Thema: Der Umgang der Justiz mit den Medien.

20 Jahre arbeitete Ruth Herz als Jugendrichterin in Köln; als sie dem "Jugendgericht" im Fernsehen vorsaß, wurde sie bundesweit bekannt. Vier Jahre lang sahen mehr als 2 Millionen Zuschauer jeden Tag, wie die Deutsch-Israelin Recht sprach. Nach ihrer Kindheit in Jerusalem und der Jugend in Deutschland machte die Rechtsanwalts-Tochter zunächst eine Ausbildung als Dolmetscherin, bis sie sich dann als Richterin in Köln niederließ und nach einem Jahr texanischer Auslandserfahrung dafür sorgte, dass der Täter-Opfer-Ausgleich nach amerikanischem Vorbild auch vor deutschen Gerichten angewandt wurde. In ihrem Buch "Recht persönlich” erzählt Ruth Herz von den Stationen ihres Lebens, die sie demnächst in Oxford forschen lassen. Lord Ralf Dahrendorf stellte uns die Juristin vor. Er lehrte Soziologie in Hamburg, Tübingen und Konstanz. Nach sechs Jahren in der Politik als Landtags- und Bundestagsabgeordneter sowie als Europakommissar wurde er Direktor der London School of Economics und später Leiter des St. Antony's College und Prorektor der Universität Oxford. Seit 1993 ist Ralf Dahrendorf als Baron of Clare Market in the City of Westminster Mitglied des britischen Oberhauses.


24. September 2006 - „Suchers Leidenschaften“ Szenische Lesung mit Vanessa Stern, Mathias Lodd und C. Bernd Sucher: Virginia Woolf.

Virginia Woolf (1882-1941) gehört zu den wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Ihre Romane Mrs. Dalloway, Orlando, The Waves oder To the Lighthouse, aber auch viele ihrer Erzählungen sind aus dem Kanon der Literaturgeschichte nicht mehr wegzudenken. Mit Essays zur Dichtkunst und zum Schreiben erklärte und begründete sie nicht nur ihre eigene schriftstellerische Tätigkeit, sondern die einer ganzen Generation. Sie war Zentrum der Bloomsbury-Group, zu der die wichtigsten englischen Literaten und Maler der Zeit gehörten.Aber diese Frau, Schriftstellerin, Kritikerin und feministische Denkerin der Moderne war nicht nur jene tragische und hinfällige Lady of Bloomsbury, als die sie oft gesehen wird. Virginia Woolf war im Gespräch ungemein witzig und konnte auch geradezu teuflisch boshaft sein. Sie hatte, wie sie selbst zugab, eine snobistische Schwäche für die Damen der Aristokratie, und sie liebte Reisen, Partys und Klatsch. Ihr Liebesverhältnis zu Vita Sackville-West erregte die Öffentlichkeit. – Bei alledem war sie eine immens fleißige und disziplinierte Arbeiterin, der das Schreiben lebensnotwendig war, und sie nahm sich das Leben, als ihre Verzweiflung und die Depressionen auch durch die Magie der Sprache nicht mehr zu bannen waren. 


9. September 2006 - Bernd Lichtenberg las aus seiner Kurzgeschichtensammlung “Einer der vielen Möglichkeiten, dem Tiger ins Auge zu sehen”.

Der Drehbuchautor des preisgekrönten Films “GOOD BUY, LENIN!” verbrachte den Herbst 2004 in der Villa Aurora, L.A., der ehemaligen Feuchtwangervilla in der Emigration. Er arbeitete an Franz Werfels Schreibtisch in Lion Feuchtwangers Arbeitszimmer. Hier beendete er seine Kurzgeschichtensammlung “Eine von vielen Möglichkeiten, dem Tiger ins Auge zu sehen”, sein erstes literarisches Werk.“Ich denke, wenn man etwas zum ersten Mal macht, ist es immer ein Herantasten, Experimentieren, das auf jeden Fall. Ich hab natürlich (…) einen Fluss von Bildern im Kopf, aber man kann es jetzt wirklich nicht mit dem Drehbuchschreiben vergleichen, weil ich für ein Drehbuch natürlich ganz anders schreibe. Und das quasi, was beim Film durch die Kameraführung, durch den Schnitt passiert, geschieht hier rein durch die Sprache.” 


2. Juli 2006 - Gedichte und Geschichten aus Südafrika: Lesung mit Gcina Mhlophe, Lebo Mashile und Mac Manata: “Our Story”

Wir möchten sie kennen lernen, die erste Liga der jungen Poeten aus Südafrika. Lebo Mashile (23) ist die neue junge Frauenstimme aus Johannesburg, die sich in ihrer durch die Rhythmik des HipHop beeinflussten Lyrik mit ihrer eigenen Geschichte und dem Schicksal der jungen Frauen in ihrem Land beschäftigt. Sie ist überzeugt: „Heaven and hell are right here on earth“. Der 20jährige Maakomele “Mac” Manaka wird explosive Gedichte aus seinem ersten Band „If Only“ vortragen, mit denen er bereits Legenden der südafrikanischen Literaturszene, die Öffentlichkeit und den Präsidenten Thabo Mbeki in der Sendung „In Conversation with the President“ beeindrucken konnte. Zu den jungen Wilden gesellt sich die Meisterin der story teller, Gcina Mhlophe – Becker, um Geschichten aus ihrer Heimat zu präsentieren. Neben ihrer Karriere als Theaterdarstellerin und Filmschauspielerin veröffentlicht sie seit 1979 regelmäßig Publikationen über südafrikanische Geschichten, die aus der mündlichen Überlieferung stammen. Sie hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten: 2004 den Award for Life Time Achievement in Contribution to Traditional Arts und war nominiert für den Astrid Lindgren Memorial Award (Schweden), „NALOHIMA – The Deaf Tortoise“ gewann den Namibian Chidren´s Book Forum Award. „Kwesukesukela – Stories from Afrika“ ist in fünf Sprachen erhältlich.Durch den Abend führte der Journalist und Verfasser des Buchs „Wortwechsel. Gespräche mit afrikanischen Autorinnen und Autoren“, Manfred Loimeier, der die anwesenden Künstler persönlich kennt. Er hat uns in die fremde Welt eingewiesen und übersetzte Kernaussagen der Gedichte und Geschichten ins Deutsche.


20. Mai 2006 - „Suchers Leidenschaften“ Szenische Lesung mit Agnes Mann, Christian Beermann und C. Bernd Sucher: Oskar Wilde

Oscar Wilde (1854-1900) war ein begnadeter Komödienautor, dessen Stücke noch heute auf den Bühnen der Welt präsent sind. Er schrieb zauberhafte, durchaus moralische Märchen und Geschichten. Der Roman Das Bildnis des Dorian Gray machte ihn weltberühmt; und mit seinen ironischen, geistreichen und zugleich bösen Aphorismen ist er noch heute in den Feuilletons der Zeitungen präsent. Dieser irische Dichter wurde gefeiert, stieg auf in der literarischen und mondänen Welt – und fiel tief. Seine Affäre mit dem jungen Adligen Lord Alfred Douglas, die Prozesse und ein Gefängnisaufenthalt ruinierten ihn. Vertrieben aus England, starb er arm und verachtet in Frankreich. Neben all dem Amüsanten aus seiner Feder existiert ein Brief, 1949 zum ersten Mal vollständig erschienen: De Profundis, geschrieben im Gefängnis, das letzte seiner Prosawerke, in dem es Wilde nicht um Selbstrechtfertigung geht, sondern um Selbsterkenntnis. Stilistisch ebenso brillant wie alle anderen seiner Werke, erkennt der Autor: Ich warf die Perle meiner Seele in einen Becher Wein.


19. März 2006 - „Suchers Leidenschaften Szenische Lesung mit Agnes Mann, Christian Beermann und C. Bernd Sucher: Henrik Ibsen

1828 als Sohn eines Kaufmanns geboren, war Ibsen schon früh publizistischim Sinne nationaler und revolutionärer Strömungen tätig. Als Theaterdichterbegann er mit einem Römerdrama Catilina (1849), wandte sich aber balddem Gesellschaftsdrama zu. Mit dem Ehedrama Nora oder ein Puppenheim(1879), in dem die Frau sich als eine dem Mann gleichwertige Partnerin behauptet, gelang Ibsen der Durchbruch zum Weltruhm. Ein Volksfeind (1882) brachte in satirischer Schärfe die Abrechnung des Dichters mit seinenGegnern. Von verschiedenen Seiten angefeindet, verließ Ibsen im Frühjahr1864 Norwegen. Erst im Alter kehrte er zurück. Ibsen starb 1906, von denNorwegern bereits als Nationaldichter vereinnahmt.

 

  

2005 

27. November 2005 - „Suchers Leidenschaften “Szenische Lesung mit Anja Laïs, Dirk Lange und C. Bernd Sucher: Simone de Beauvoir 

Simone de Beauvoir, von den einen geschätzt als emanzipierte Kämpferin für die Rechte der Frauen, den anderen bekannt als Lebensgefährtin von Jean-Paul Sartre, wird noch heute unterschätzt, denn sie hat als Romancière erstaunliche Werke hinterlassen, aus denen in dieser Szenischen Lesung der Literaturkritiker C. Bernd Sucher und die Kölner Schauspieler Anja Laïs und Dirk Lange vortragen. 1949 publiziert Simone de Beauvoir „Das andere Geschlecht“. Sie untersucht das Bild der Frau, beschreibt ihre tatsächlichen Lebensbedingungen im Verlauf der Geschichte, setzt sich mit Mythen über das Wesen der Frau auseinander und beschäftigt sich mit aktuellen Frauenrollen, mit den Besonderheiten verschiedener Lebensphasen und der weiblichen Sexualität. Das Buch löst eine ebenso heftige wie kontroverse Diskussion aus. Auch die Frauenbewegung, die sich 1970 in Frankreich formiert, argumentiert mit Simone de Beauvoirs Thesen. Aber vom Feminismus lässt sich Simone de Beauvoir ebenso wenig wie von anderen Bewegungen vereinnahmen.


3. Oktober 2005 - „Suchers Leidenschaften“ Szenische Lesung mit Anja Laïs, Dirk Lange und C. Bernd Sucher: Jean Paul Sartre

Jean-Paul Sartre durchdachte die großen Fragen des Jahrhunderts: Totalitarismus und Freiheit, Widerstand und Liebe. 100 Jahre nach seinem Geburtstag am 21. Juni 1905 erregt er immer noch die Gemüter. Der große Denker, Philosoph, Essayist, Erzähler und Dramatiker machte den Existenzialismus, jene skeptische Philosophie der Nachkriegszeit, zu einer Mode und wurde zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Frauenrechtlerin und Schriftstellerin Simone de Beauvoir, zu einem Mythos. Diese beiden verband nicht bloß gemeinsames Denken und gemeinsames Schreiben, sondern auch eine außergewöhnliche Liebe, die allen bürgerlichen Konventionen widersprach. Wenn es vor fünfzig Jahren ein emanzipiertes Paar gab - dann war es dieses!


22. Mai 2005 - „Suchers Leidenschaften“ Szenische Lesung mit C. Bernd Sucher - Was bleibt von der Literatur des 20. Jahrhunderts?“ – Thomas Mann

Möchten Sie mehr wissen über Thomas Mann, Simone de Beauvoir, Federico Garcia Lorca, Christian Morgenstern, Marcel Proust, Rainer Maria Rilke, Jean Paul Sartre, Oscar Wilde oder Gustave Flaubert? Der Feuilletonist C. Bernd Sucher bekennt sich nach Auftritten in München, Zürich, Wien, Paris und Weimar vierteljährlich auch im KunstSalon zu seinen literarischen Passionen, indem er dem Publikum seine ganz persönliche Sichtweise zu berühmten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts vorstellt. Den Auftakt widmete Sucher gemeinsam mit den Ensemble-Mitgliedern des Schauspielhaus Köln Agnes Julia Mann und Dirk Lange dem Leben von Thomas Mann. Die Schauspieler lasen die von Sucher ausgewählten Texte, während der Kritiker selbst den Bogen zu Leben und Werk des Schriftstellers spannte.

Prof. Dr. C. Bernd Sucher war von 1980 bis 1997 verantwortlicher Redakteur für Sprechtheater bei der Süddeutschen Zeitung, seither ist er Autor dieser Zeitung. Außerdem konzipiert und leitet er den Studiengang Theater-, Film- und Fernsehkritik der Hochschule für Film und Fernsehen an der Bayerischen Theaterakademie August Everding.



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