HANNS ZISCHLER

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Hanns Zischler ist einer der profiliertesten deutschen Filmschauspieler. Doch das ist nicht seine einzige Profession. Er wird in der Presse gefeiert als „Denkermime“, „Multiartist“, „Vielfachästhet“, manche halten ihn für den intellektuellsten Schauspieler Deutschlands.
Ein Rendez-vous mit ihm bedeutet über viele Disziplinen der Kultur zu sprechen; über die Filme natürlich, in denen er mitwirkt, von seinem großartigen Debüt in Wim Wenders „Im Lauf der Zeit“ (1975), seinen Filmen mit Rudolf Thome (u.a. „Berlin Chamissoplatz“, 1980), Robert van Ackeren („Die flambierte Frau“, 1983), Jean-Luc Godard („Allemagne Neuf Zero“, 1991), bis zu Steven Spielbergs „München“ (2005). In seinem jüngsten Film „Die Hetzjagd“ (Regie Laurent Jaoui) spielte er die Rolle des NS-Kriegsverbrechers Klaus Barbie.
Filmen ist nur ein Teil von Hanns Zischlers Arbeit. Er schreibt Bücher („Kafka geht ins Kino“, „Vermischte Nachrichten von James Joyce“), Essays („Die Philosophie der Sofortbild-Photographie“), leiht seine Stimme zahlreichen Hörbüchern (u.a. „Doktor Faustus“), dreht selber Filme („Diderot. Fragmente aus dem Leben eines Verschwenders“), arbeitete als Dramaturg und Regisseur am Theater und fotografiert (eine Ausstellung seiner Fotos konnte man vor kurzem in den Spichern Höfen in Köln sehen).
Trotz dieser Vielfältigkeit und seiner großen internationalen Erfolge ist es Hanns Zischler gelungen, sich nicht mit dem fragwürdigen Etikett des Stars auszeichnen zu lassen.
Programm:
Donnerstag, 20.11.2008 um 20.00 h
im Filmforum NRW - Kino im Museum Ludwig, Bischofsgartenstr. 1
Eintritt: € 6/ € 4 (Mitglieder)
Die Hetzjagd („La Traque“)
Regie: Laurent Jaoui, 2007, 110 Min., mit Hanns Zischler, Franka Potente u.a.
Polit-Thriller. Hanns Zischler als Klaus Barbie, der Nazi-Schlächter von Lyon. Und Franka Potente als seine Jägerin Beate Klarsfeld, die ihm 12 Jahre auf den Fersen bleibt und der es am Ende gelingt, ihn in Bolivien aufzuspüren und der französischen Justiz auszuliefern. Wie stellt man einen Massenmörder dar? Hanns Zischler, ein Gegner des method acting, (das ist der Versuch der Identifizierung des Schauspielers mit seiner Rolle), macht nicht den Versuch, Klaus Barbie zu dämonisieren. Er mimt nicht den Verbrecher, sondern stellt seine Maskerade dar. „Ich mußte versuchen, das Funktionieren eines Menschen zu zeigen, wie er seine ganzen Energien für eine Form des totalitären Denkens und für ein totalitäres System mobilisiert. Es geht also nicht darum, mich in eine grauenvolle Situation hineinzuversetzen und in der Rolle zum grauenhaften Seriemörder zu werden.“
Freitag, 21.11.2008 um 15.30 h
im Off-Broadway, Zülpicher Str. 24 - Eintritt: € 6/ € 4 (Mitglieder)
Berlin Chamissoplatz
Regie: Rudolf Thome, 1980, 112 Min., mit Hanns Zischler, Sabine Bach u.a.
Liedkomposition: Hanns Zischler
Eine Liebesgeschichte. Ein älterer Architekt soll ein besetztes Haus im Berliner Stadtteil Kreuzberg sanieren. Als er eine Studentin kennenlernt, die sich mit einer Bürgerinitiative dafür einsetzt, das Wohngebiet am Chamissoplatz zu erhalten, wechselt er die Seiten und unterstützt die Anwohner des Platzes in ihrem Kampf gegen die Bauspekulanten. Klingt wie ein Politfilm, ist aber eine elegant inszenierte Beziehungsgeschichte. Und Hanns Zischler zeigt, wie man am Klavier eine Frau verführen kann.
Samstag, 22.11.2008 um 15.00 h
RENDEZ-VOUS MIT HANNS ZISCHLER
Das Bühnengespräch mit unserem Gast führt der Filmjournalist Wilfried Reichart
15.00 h Gespräch mit Hanns Zischler
anschließend Empfang und Imbiß
Spichern Höfe, Spichernstr. 6-8
Eintritt: 8 € für Mitglieder, Nicht-Mitglieder € 15/ € 10
Sonntag, 23.11.2008 um 14.30 h
Im Lauf der Zeit
Regie: Wim Wenders, 1975/76, 175 Min., mit Hanns Zischler und Rüdiger Vogler
Ein Roadmovie. Zwei Männer unterwegs. Der eine fährt in einem alten, umgebauten Möbelwagen durch die kleinen Orte entlang der Grenze zur DDR und repariert in den aussterbenden lokalen Kinos die Projektoren. Der andere rast mit seinem VW in die Elbe. So lernen sie sich kennen und es beginnt eine gemeinsame Reise. Beide tragen eine Vergangenheit mit sich wie ein zu schweres Gepäck und beide suchen ein Ziel, das sie nicht benennen können. Der Film hat Wim Wenders früh berühmt gemacht, und er hat bis heute keinen besseren gedreht. Schon hier strahlt Hanns Zischler (mit Rüdiger Vogler) eine Präsenz aus, die einen großen Teil der großen Qualität des Films ausmacht.
Off-Broadway, Zülpicher Str. 24 - Eintritt: € 6/ € 4 (Mitglieder)
gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln

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